Tabakfreie Erziehung


In einem Vergleich von 34 europäischen Ländern durch die Vereinigung der Europäischen Krebsgesellschaften belegen Deutschland und Österreich für ihre Tabakkontrollpolitik die zwei letzten Plätze. 26 der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben längst die Außenwerbung für Tabakprodukte unterbunden. Ausgerechnet in Deutschland wird sie noch gestattet. In anderen europäischen Ländern, wo schon die Einheitsverpackung eingeführt wird, führt die Tabakindustrie Deutschland als Vorbild für den Widerstand auf. So hat Imperial Tobacco in der Debatte in England ausführlich die deutsche Rechtslage im Umgang mit dem Tabak als Musterlösung hervorgehoben. Damit hat die Bundesregierung nicht nur den Schutz ihrer eigenen Kinder vernachlässigt: Ihr Versagen wird auch als Argument gegen den Fortschritt in anderen Ländern
 verwendet.

In der Realität fangen täglich in Deutschland rund 423 Kinder und Jugendliche an mit Rauchen. Dies entspricht eine Tabakprävalenz in der Altersgruppe 12-17 J. von 7,8% (BZgA 2016). Damit wechselt jeder Vierte in Deutschland tabakabhängig in die Volljährigkeit. Der Tabakkonsum unter deutschen 15-Jährigen bleibt im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hoch. Sehen Sie HBSC, Growing up unequal, S. 151

Gerade in Ländern, wo eine grundlegende Tabakkontrollpolitik fehlt, ist die elementare Prävention unter Kindern und Jugendlichen besonders wichtig. In der Tat zeichnet sich die Entwicklung der Tabakprävalenzen unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen 15-19 J. alt je nach Bundesland in Deutschland erhebliche Unterschiede auf. In Sachsen-Anhalt wird am meisten in dieser Altersgruppe geraucht, 23,3%, in Hamburg mit nur 6,8% am wenigsten.

Bundesländer und andere Regionen Deutschlands, die seit Jahren eine rudimentäre Tabakprävention in den Schulen anbieten, haben heute einen deutlich niedrigeren Konsum in der Gruppe 15-19 J. alt zu verzeichnen. Prävention funktioniert. Sehen Sie dazu unsere Analyse und Figuren.

Wir setzen uns für den Kinder- und Jugendschutz ein und für das Recht auf eine tabakfreie Erziehung. Unsere Jugendliche sollen möglichst frei von Nikotinsucht in die Volljährigkeit wechseln dürfen.