Über uns


Eine möglichst tabakfreie Erziehung wünschen wir uns für die Kinder und Jugendliche unserer Gesellschaft. Sie sollen möglichst frei von Sucht in die Volljährigkeit wechseln dürfen. Eltern sollen dabei auf Unterstützung und Solidarität in der Gesellschaft zurückgreifen können.

Jeden Tag in Deutschland fangen rund 400 Kinder und Jugendliche mit dem Rauchen an. Dies entspricht eine Raucherprävalenz von 10% in der Altersgruppe 12-17 J, gerechnet auf Basis einer Altersverteilung nach KIGGS Welle 1. Jeder Fünfte Jugendliche in Deutschland wechselt tabakabhängig in die Volljährigkeit. Obwohl die meisten es versuchen werden, werden die wenigsten unter ihnen jemals mit dem Rauchen aufhören können. Die Folgen für sie und für andere in ihrer Umgebung sind verherrend.

Wir setzen uns deshalb energetisch gegen die Selbstverständlichkeit des Rauchens in der Gesellschaft ein. Eine breite Mehrheit der Wähler wünscht sich und erwartet von unseren Politikern einen umfassenden Kinder- und Jugendschutz vor den Gefahren des Tabakkonsums. Entgegen der öffentlichen Wille werden aber die relevanten politischen Entscheidungen überwiegend im Sinne der finanziellen Interessen der Tabakindustrie bestimmt. Es ist nicht nur eine Frage der Zeit, bis Kinder und Jugendliche in Deutschland umfassend vor den Gefahren des Tabakkonsums geschützt werden: Die Länge dieser Zeit ist auch eine Frage unserer Entschlossenheit, uns für diesen Schutz einzusetzen.

Über zwanzig jahrelang setzten sich die Bürger der Stadt Bergisch Gladbach gegen Tabakwerbung auf städtischen Flächen ein. Fast zwanzig jahrelang versprach der Stadtrat, nach Ablauf langjähriger Verträge auf Tabakwerbung verzichten zu wollen. Hinter geschlossenen Türen und unter dem Schutzmantel der Betriebsgeheimnisse stellte die Stadtverwaltung weiterhin ihre Werbeflächen für Tabakwerbung zur Verfügung, mit einem Vertrag nach dem anderen [1, 2, 3]. Zuletzt versuchte sie noch einmal, unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine Konzession zu vergeben, diesmal die Tabakwerbung flächendeckend auf städtischen Flächen erneut für die nächsten 15-20 Jahren gesichert hätte. Aus Zufall war August 2010 der Versuch ans Licht gekommen, nur wenige Tagen vor dem Vertragsabschluss. Auf Anhieb appellierten über dreißig ortsansässige Ärzte direkt beim Bürgermeister. Bergisch Gladbach ist 2013 nach einem langen Kampf von Tabakwerbung auf öffentlichen Flächen letztendlich befreit worden. Anstatt Tabakwerbung wird seitdem an den Bushaltstellen mit einer Beschilderung aufgefordert: "Bitte hier nicht rauchen!"

Für den Kampf gegen die Tabakindustrie braucht man einen langen Atem und viel Kraft. Um den Erfolg auch in Deutschland zu erzielen brauchen wir jede Hand.