Unsere Anliegen

Kinder und Jugendliche sind besonders schutzbedürftig. Jeden Tag in Deutschland fangen etwa 400 Kinder und Jugendliche an mit dem Rauchen. 


Abgabeverbot auch für den nichtöffentlichen Raum
Die Abgabe von Zigaretten an Kindern muss umfassend untersagt werden. Wenn die Abgabe an Jugendliche überhaupt gestattet werden soll, dann nur in dem Ausmaß, als die Eltern dies erlauben. JuSchG §10 lässt dagegen zu, dass ein 10-jähriges Kind Zigaretten kaufen darf, solang der Erwerb nicht in der Öffentlichkeit stattfindet. Ein Schulhof, z.B., gehört zum nichtöffentlichen Bereich, wo Zigaretten ganz legal von einem Schüler zum nächsten die Hände wechseln darf. Zigaretten gehören überhaupt nicht in den Händen von Kindern. Eltern heutzutage beschweren sich bitterlich aber vergeblich darüber, dass ihre Kinder legal mit Zigaretten versorgt werden. Ihre Beschwerde ist vom Gesetzgeber stattzugeben. Unsere Stellungnahme dazu finden Sie hier.

Werbeverbot und Einheitsverpackung
Tabakwerbung ist ein bedeutsamer Einflussfaktor für den Rauchbeginn von Jugendlichen. Kinder und Jugendliche sind gegenüber Werbebotschaften für Tabakprodukte um ein Vielfaches sensibler als Erwachsenen. Aus den 28 Mitgliedsstaaten der EU dürfte es bald allein in Deutschland möglich sein, dass Schockbilder auf Packungen an der Kasse ausgestellt werden während auf der Straße auf Großflächen für dieselben Zigaretten in Überlebensgröße beworben wird. Nach dem Schock würde ein solcher Widerspruch besonders unter Kindern und Jugendlichen wohl zu einer Verrohung führen. Dort, wo Kinder und Jugendliche Zugang haben, darf nicht für Tabakerzeugnisse beworben werden, weder in der Außenwerbung noch in Kinos, weder am Verkaufsort noch in der Aufmachung. Kinder und Jugendliche sind bekannterweise besonders markenbewusst. Deshalb muss auch die Verpackung von Tabakwerbung frei werden. Siehe Zigarettenwerbung in Deutschland - Marketing für ein gesundheitsgefährdendes Produkt, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg (2012).

Zigarettenautomaten
Die Zugangskontrollen für Kinder und Jugendliche an Zigarettenautomaten werden leicht umgangen. Automaten für Tabakerzeugnisse trivialisieren die Gefahren des Rauchens und müssen deshalb untersagt werden.

Gastronomie
Die sozialen Rahmenbedingungen sind für den Rauchbeginn enorm wichtig. Jugendliche wählen nicht eigenständig zwischen Raucher- und Nichtraucherkneipen. Sie gehen dahin, wo sie ihre Freunde treffen können. Eine rauchfreie Gastronomie bedeutet deshalb nicht zuletzt Orte, wo auch Jugendliche rauchfrei treffen können.

Schulen
Die unmittelbare Umgebung um Schulen herum dürfen nicht de facto zum Treffpunkt für Raucher degradiert werden. Innerhalb 300m einer Schule darf nicht in der Öffentlichkeit geraucht werden. Bremen hatte einst eine solche Regel eingeführt mit einer wesentlich kleineren Abstand zur Schule. Damals war aber auch die Raucherprävalenz wesentlich höher. Heute dürfte die daraus resultierende Belastung für die Nachbarschaft tragbar sein, angenommen der Nichtraucherbereich um die Schule ausreichend groß gewählt wird.

Sportverein
Der Sportverein in Deutschland wird intensiv durch öffentlichen Mittel unterstützt. Vor allem der Jugendbetrieb erfüllt eine quasi-öffentliche Funktion. Bei der Verwendung öffenticher Ressourcen muss deshalb ähnlich wie in der Schule stipuliert werden, dass unmittelbar vor, während und nach dem Kinder- und Jugendbetrieb nicht geraucht wird. Der Sportverein darf nicht zum Milieu verkommen, wo Jugendliche mit dem Rauchen anfangen.

Rauchfreie Autos
In Familien wo zuhause noch geraucht wird, leiden Kinder und Jugendliche unter dem Nebenrauch am meisten. Der Gesetzgeber kann zum Bewusstsein der Eltern beitragen, in dem zumindest im Auto nicht in der Anwesenheit von Kindern geraucht werden darf.