Das Rauchen an Berufsschulen 


Anders als beim Alkoholkonsum lernen Kinder und Jugendliche das Rauchen häufig in der schulischen Umgebung kennen. Die sozialen Rahmenbedingungen für den Rauchbeginn auf einem Schulhof sind besonders gegeben, wenn das Rauchen während der Pausen unterstützt wird. Ascher für das Rauchen dürften z.B. niemals auf einem Schulgelände aufgestellt werden, am besten auch nicht an der Grundstücksgrenze.

Lehrer, Schulleitung und Schulträger sollen bewusst werden, wie ihre Lässigkeit im Umgang mit dem Rauchen ihrer Schüler wahrgenommen wird. Lehrer unterstützen das Rauchen im eigenen Interesse und nicht im Sinne ihrer Schüler, die ansonsten gereizt durch ihrem Nikotinentzug den Unterricht stören könnten. Dabei drucken die Lehrer niedrige Erwartungen aus, die aus ihrer Sicht mit einem bildungsfernen Schicht an Berufsschulen einhergeht. 

Während das Rauchen unter Schülern an Gymnasien häufiger rigoros unterdrückt wird und allmählich in Richtung einer Ausnahmeerscheinung entwickelt, bleibt das Rauchen an Berufsschulen allzu häufig beim selbstverständlichen Alltag. Anders als vor nur zehn Jahren verbinden Eltern eine Berufsausbildung mit der Gefahr, dass ihr Kind am Ende als Raucher hervorgeht. Selbst wenn die Berufsausbildung ansonsten für ihr Kind passend wäre, wird sie zunehmend aus diesem Grund vermieden. Die Grundlage der dualen Bildung wird dadurch untergraben. Unter den Kindern und Jugendlichen, die heute 12 bis 17 J. alt sind, wird zwischen jedem vierten und jedem fünften bis zu seinem 18. Geburtstag tabakabhängig sein. 

Die Kapitulation einer Berufsschule vor dem Rauchen ihrer Schüler muss nicht sein. Das Rauchen während der Arbeitszeit wird für den Arbeitnehmer zunehmend problematisch und führt immer häufiger zum Arbeitsverlust. Ein Umgang mit dem Rauchen soll deshalb an der Schule geübt, wie es auch in den Betrieben erlebt wird. 

Berufsschulen sollen:

  • den Umgang mit dem Rauchen in ihrem Schulprogramm integrieren;

  • beim Aufnahmegespräch einen Schülervertrag zum Thema Rauchen unterzeichnen lassen;

  • in dem Schülervertrag verdeutlichen, warum ein bewusster Umgang mit dem Rauchen zur Berufsausbildung gehört;

  • das Rauchen in einer sozialen Umgebung um die Schule herum als Motor für den Rauchbeginn unter anderen Schülern darstellen, der deshalb zu unterbinden ist;

  • das Verlassen der Schule während der Pausen nur für volljährige Schüler oder ansonsten nur mit elterlicher Zustimmung erlauben;

  • im Schülervertrag das Rauchen in unmittelbarer Umgebung der Schule, in 10m bis 20m Entfernung zur Grundstücksgrenze einschließlich der nächst gelegenen Bushaltestelle unterbinden;

  • in der Umgebung der Schule das Rauchen in Gruppen von mehr als 2 bis 3 Schülern untersagen;

  • Taschenaschenbecher an volljährige Schüler auf Anfrage abgeben;

  • Schulische Konsequenzen für das Wegwerfen von Zigarettenstummeln in der Umgebung der Schule erörtern.

Zu oft stellen Berufsschulen die Interessen der Anrainer über die ihrer Schüler. Ob Kneipe, Disco oder Betrieb, überall müssen Raucher außerhalb gehen, um zu rauchen, und dabei Rücksicht auf die Nachbarschaft üben. Die Berufsschule ist keine Ausnahme. 

Wir haben die Staatsanwaltschaft gebeten, eine rauchfreie Lernumgebung an den Berufsschulen wieder herzustellen.